Die Legenden von Borussia Mönchengladbach

Gladbach Kult-Trainer Hennes Weisweiler

In der langen Vereinshistorie von Borussia Mönchengladbach gab es viele Spieler, die durch ihre Art und Weise, ihre Erfolge oder ihrer langen Spielzeit für den VFL einen Legendenstatus innehaben. Namen wie Stefan Effenberg, Jupp Heynckes, Günther Netzer oder Rainer Bonhof trugen jahrelang das Trikot der Fohlen und machten sich einen Namen, der bis heute nicht vergessen ist. Rainer Bonhof zum Beispiel, Weltmeister 1974 war von 1973 bis 1978 für die Borussia aktiv und war Mitglied der Mannschaft, die in den „goldenen Siebzigern“ zahlreiche Titel gewann. Aber Bonhof blickt auch ein schwarzes Kapitel zurück, als er 1999 als Trainer mit dem Verein den schweren Gang in die Zweite Liga antreten musste. Mit „Bonni“ verbinden die Fans also zugleich Tragik und maximale Erfolge. Ein Mann, Spieler und Trainer, der zurecht eine Legende des Vereins ist. Ähnlich wie Lothar Matthäus, der von 1980 bis1984 die Fußballschuhe schnürte. Unter Trainer Jupp Heynckes startete er als klassischer „Sechser“, einem Spieler, der als Wachhund große Namen wie Maradona oder Platini aus dem Spiel nahm. Auch wenn er erst nach seiner Zeit beim VFL zum Weltstar wurde, so legte er die Grundlage dafür eben in seiner Zeit bei der Borussia aus Gladbach. Matthäus spielte immer mit vollstem Einsatz und zeichnete sich durch puren Ehrgeiz und Fußball-Besessenheit aus.

Günther Netzer, Berti Vogts und Jupp Heynckes

Günther Netzer ist wohl einer der Spieler, die sich beim VFL unvergesslich gemacht haben. Jeder Fan erinnert sich an das Pokalfinale gegen Köln 1973. Von Trainer-Legende Weisweiler wegen Formschwäche auf die Bank gesetzt. Sein letztes Spiel vor dem Wechsel nach Madrid. In der Verlängerung endlich wurde kam Netzer auf das Feld und der Rest ist Geschichte. Doppelpass mit Bonhof und Netzer zieht ab. Der Ball nimmt eine unmögliche Flugkurve und schlägt im Winkel ein. Es war der entscheidende Treffer zum 2-1 Sieg gegen den Erzrivalen aus Köln. Netzer war in seiner Zeit bei Gladbach der Regisseur, der Antreiber. Kein Kämpfer, aber ein filigraner Zauberer, der Freistöße zelebrierte und mit technischen Feinheiten brillierte. 1972 und 1973 wurde Netzer zum Fußballer des Jahres gewählt. Eine weitere Vereinslegende ist definitiv Berti „der Wadenbeißer“ Vogt. Der junge Berti war eigentlich Düsseldorf-Fan, doch als der VFL um ihm buhlte, nahm er das Angebot an und wurde gleich in seiner ersten Spielzeit zum Stammspieler. Zwischen ihm und Trainer Weisweiler entwickelte sich über die Jahre eine Vater-Sohn-Beziehung. Zudem ist der §Terrier“ erfolgreichster Nationalspieler des VFL. Mit 96 Einsätzen stellte er bei der Borussia eine unerreichte Bestmarke auf. Vogts gewann mit Gladbach alle fünf Meistertitel und darüber hinaus auch zwei UEFA-Pokale. Legende trifft wohl auf keinen so zu wie auf Berti Vogts. Ein Spieler, dessen Bekanntheitsgrad unter den Fans nahezu ebenso ausgeprägt ist, ist Jupp Heynckes. Seine Glanzzeit als Spieler verbrachte Heynckes in den Siebzigern bei der Borussia und gewann zusammen mit Vogts und Co vier Meisterschaften mit dem Club. Auch heute noch blickt der in Ruhestand gegangene Star-Trainer gern auf seine Höhepunkte bei Borussia Mönchengladbach zurück, vor allem auf die 195 Bundesliga-Tore, die ihn zum Rekordtorschützen des VFL machten. Und auch die Fans, die heute Bundesliga-Tickets für ihren Verein kaufen, sinnen noch oft nach den goldenen 1970er Jahren und ihren Legenden.

Ein Name darf nicht fehlen

1986 wurde Wolf Werner, ehemaliger Co-Trainer von Jupp Heynckes beobachtete einen jungen Kicker, der schon früh außergewöhnliche Fähigkeiten an den Tag legte. Es war der spätere „Leader“, der „Leitwolf“ des VFL während seiner Zeit bei der Borussia, Stefan Effenberg. 1987 holte Werner, mittlerweile Chef-Trainer, den jungen Effenberg in die Profimannschaft und gab ihm in seiner ersten Saison 15 Bundesligaeinsätze. Effenberg machte sich durch seine Anführer-Qualitäten einen Namen bei den Fans und ist bis heute unvergessen. Borussia Mönchengladbach formte viele junge Spieler zu großen Stars und einige unter ihnen brachten es zum Legendenstatus. Einige Spieler haben wir nun kennengelernt, aber es gibt noch viele mehr. Spieler wie Michael Frontzeck, Kult-Keeper Uwe Kamps oder auch Oliver Neuville genießen höchste Anerkennung im Verein.

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